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Jjimjilbang: Ein Ratgeber für koreanische Badehäuser

Vom Find My Sauna-Team· Aktualisiert · 7 Min. Lesezeit
강변스파랜드, Seoul
강변스파랜드, Seoul. Gäste in der bereitgestellten Kleidung und mit Handtuchmützen in einem der beheizten Räume eines rund um die Uhr geöffneten Jjimjilbang.

Ein Jjimjilbang ist ein koreanisches Badehaus, in dem du baden, schwitzen, essen, ein Nickerchen machen und manchmal sogar übernachten kannst. Koreaner gehen mit Freunden, Partnern oder der Familie hin. Für Reisende ist es eine der günstigsten und entspannendsten Arten, einen Abend in Seoul oder Busan zu verbringen.

Die kurze Antwort

Ein Jjimjilbang hat zwei Bereiche: nach Geschlechtern getrennte Bäder, in denen alle nackt sind, und einen gemeinsamen Bereich für Männer und Frauen. Dort tragen alle das T-Shirt und die Shorts, die sie am Eingang erhalten. Im Gemeinschaftsbereich gibt es unterschiedlich warme Räume, etwa mit Salz, rotem Lehm oder Holzkohle und einen holzbeheizten Ofenraum, dazu einen Eisraum, eine Snackbar und beheizte Böden zum Ausruhen und Schlafen. Wasch dich gründlich, bevor du in ein Bad steigst. In den von uns gelisteten koreanischen Häusern kostet der Eintritt etwa 12000–26000 Won.

Was ist ein Jjimjilbang?

Der Name setzt sich aus jjimjil für das Erwärmen des Körpers und bang für Raum zusammen. Große Badehäuser mit einem gemeinsamen beheizten Bereich wurden in Südkorea in den 1990er-Jahren populär, die Idee ist aber viel älter. Die traditionelle koreanische Ofensauna Hanjeungmak, eine mit Kiefernholz beheizte Steinkuppel, erscheint bereits in Aufzeichnungen aus der Regierungszeit König Sejongs im 15. Jahrhundert.

Heute kann ein Jjimjilbang ein Badehaus im Keller eines Bürogebäudes oder ein mehrstöckiger Komplex mit Becken, Fitnessstudio, Restaurant und Karaokeräumen sein. Koreanische Gemeinschaften haben auch im Ausland solche Häuser eröffnet; in Los Angeles, New York und Dallas gibt es große Anlagen.

Große Badehalle unter einer Glaskuppel
허심청, Busan. Die Kuppelhalle über den Thermalbecken liegt im alten Kurviertel Dongnae.

So läuft ein Besuch ab

  1. Schuhe am Eingang ausziehen. Stell sie in ein kleines Schließfach und nimm den Schlüssel mit.
  2. Am Empfang bezahlen. Du bekommst einen Spindschlüssel am Armband, Kleidung und meist zwei kleine Handtücher. Essen und Extras werden häufig auf das Armband gebucht und beim Verlassen bezahlt.
  3. Geh in deine Umkleide. Die Umkleiden für Männer und Frauen sind getrennt. Zieh dich ganz aus und schließe deine Sachen ein.
  4. Erst waschen, dann baden. Dusche dich an den Sitz- oder Stehduschen gründlich ab, bevor du in ein Becken steigst.
  5. Zieh die bereitgestellte Kleidung an und geh in den gemeinsamen Bereich mit warmen Räumen, Essen und Ruheplätzen.
  6. Wechsle nach Wunsch zwischen den Bereichen. Wenn du fertig bist, dusche, zieh dich um und bezahle offene Beträge am Empfang.

Die Bäder

Die Badebereiche sind nach Geschlechtern getrennt, und alle sind nackt. Meist gibt es mehrere warme Becken mit unterschiedlichen Temperaturen, ein Kaltbecken, ein Dampfbad und eine Trockensauna sowie oft einen Bereich für Körperpeelings. Manche Anlagen, besonders in Busan und Incheon, füllen ihre Becken mit Thermal- oder Meerwasser, das aus der Tiefe gefördert wird.

Wenn dir Nacktheit unangenehm ist, kannst du die Bäder auslassen: Im Gemeinschaftsbereich sind alle bekleidet. Ein Versuch lohnt sich aber. Niemand starrt, und nach ein paar Minuten fühlt es sich normal an. Ähnliches gilt für japanische Bäder; dazu gibt es unseren Ratgeber zur Onsen-Etikette.

Viele Badehäuser bieten gegen Aufpreis ein Körperpeeling durch Personal mit einem rauen Handschuh an. Es ist kräftig, entfernt erstaunlich viele abgestorbene Hautschuppen und ähnelt einem Peeling im Hammam.

Die warmen Räume

Sie unterscheiden den Jjimjilbang von anderen Badehäusern. Im gemeinsamen Bereich gibt es mehrere Räume mit unterschiedlichen Temperaturen und Wand- oder Bodenmaterialien. Du gehst hinein, legst dich auf eine Matte oder den warmen Boden und kommst heraus, wenn es dir reicht. Die Temperatur steht meistens an der Tür.

  • Bulgama oder Hanjeungmak: ein kuppelförmiger, mit Holz befeuerter Ofenraum. Er ist am heißesten und für manche nur wenige Minuten erträglich. Bedecke die Haut mit einem Handtuch.
  • Salzraum: Wände oder Böden aus Salzblöcken oder Salzkristallen, meist milder.
  • Raum mit rotem Lehm (Hwangto): warm und trocken, beliebt zum längeren Ausruhen.
  • Räume mit Holzkohle, Jade oder Stein: jeder hat eine eigene Auskleidung und eigene Wirkungsversprechen. Diese traditionellen Gesundheitsbehauptungen sind kaum erforscht, die Räume können dennoch angenehm sein.
  • Eisraum: ein kalter Raum zum Abkühlen zwischendurch.

Die meisten Räume sind milder als eine finnische Sauna. Deshalb bleiben Gäste länger und nutzen sie zum Ausruhen. Trink trotzdem Wasser und geh hinaus, wenn dir benommen wird. Unter Sauna oder Dampfbad? erklären wir den Unterschied zwischen trockener und feuchter Wärme.

Eine Frau im gelben T-Shirt liegt auf dem Boden eines beleuchteten Salzraums
Wi Spa, Los Angeles. Ausruhen im Salzraum in der bereitgestellten Kleidung.

Eier, Sikhye und Essen

Zwei Snacks gehören dazu. Der erste sind Eier, die in der Hitze gebacken werden, bis ihre Schale braun und das Eiweiß fest ist. Der zweite ist Sikhye, ein kaltes, süßes Reisgetränk mit Malz, in dem oft einige Reiskörner schwimmen. Viele Häuser haben außerdem eine Snackbar oder ein Restaurant. Gegessen wird in der bereitgestellten Kleidung.

Übernachten

Viele Jjimjilbang sind 24 Stunden geöffnet, und manche Gäste übernachten dort: Menschen, die den letzten Zug verpasst haben, Freunde nach einem Abend unterwegs oder Reisende mit kleinem Budget. Geschlafen wird auf einer Matte auf dem beheizten Boden eines großen Gemeinschaftsraums. Vollständig dunkel oder still ist es nie, also nimm Ohrstöpsel und eine Schlafmaske mit.

Nicht jedes Haus erlaubt eine Übernachtung; manche berechnen nach einer bestimmten Zahl von Stunden einen Aufpreis. Frag nach, bevor du damit planst. Handy und Wertsachen gehören in den Spind, nicht neben deinen Schlafplatz.

Verhaltensregeln

  • Vor jedem Bad gründlich waschen. Spüle die Seife vollständig ab. Wer das auslässt, stört andere Gäste.
  • Lange Haare zusammenbinden, damit sie nicht im Wasser hängen.
  • Keine Badebekleidung in den Badebereichen; den gemeinsamen Bereich nur in der bereitgestellten Kleidung betreten.
  • Leise sprechen in den warmen Räumen und im Schlafbereich.
  • Keine Handys im Badebereich. Lass deins im Spind.
  • Nach dem Auschecken ist der Besuch vorbei. Für einen erneuten Eintritt musst du gewöhnlich noch einmal bezahlen.

Kosten

Die Preise hängen von der Größe der Anlage ab. In den von uns gelisteten koreanischen Jjimjilbang reicht der Eintritt von etwa 12000 Won im Songhaeon in Incheon bis zu 26000 Won für vier Stunden im Spaland des Kaufhauses Shinsegae Centum City in Busan. Riverside Spa Land in Seoul verlangt 15000 Won für den Jjimjilbang. Peelings, Massagen und Essen kosten extra. In den USA ist ein Tag im koreanischen Spa deutlich teurer: Wi Spa in Los Angeles berechnet $40.

Wo du ein Jjimjilbang findest

Find My Sauna listet 45 Jjimjilbang und koreanische Spas. In diesen Städten gibt es besonders viele:

Häufig gestellte Fragen

Muss man im Jjimjilbang nackt sein?

Nur in den nach Geschlechtern getrennten Badebereichen. In den gemeinsamen Bereichen tragen alle das T-Shirt und die Shorts vom Eingang.

Kann man im Jjimjilbang schlafen?

In vielen ja. Du schläfst auf einem beheizten Boden in einem Gemeinschaftsraum. Manche erlauben keine Übernachtung oder verlangen nach einer bestimmten Zeit einen Aufpreis.

Was kostet ein Jjimjilbang?

In den von uns gelisteten koreanischen Häusern etwa 12000–26000 Won Eintritt. Peelings, Massagen und Essen kosten extra.

Was isst man im Jjimjilbang?

Gebackene Eier und Sikhye, ein süßes Reisgetränk, sind die Klassiker. Meist gibt es auch eine Snackbar oder ein Restaurant.

Können Männer und Frauen zusammen hingehen?

Ja. Die Bäder sind getrennt, aber die warmen Räume, Ruhebereiche und das Restaurant werden gemeinsam genutzt. Paare und Familien verbringen dort zusammen den Tag.