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Was ist ein Hamam? Ein Ratgeber für den ersten Besuch

Vom Find My Sauna-Team· Aktualisiert · 7 Min. Lesezeit
Berlin Schokoladenfabrik, Berlin
Berlin Schokoladenfabrik, Berlin. Auf der beheizten Steinplattform schwitzt du und bekommst anschließend ein Peeling.

Ein Hamam ist zugleich Badehaus, Körperpeeling und Auszeit. Beim ersten Besuch ist nicht immer klar, wohin man gehen soll, was man trägt und wer das Peeling übernimmt. Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt durch das Erlebnis.

Die kurze Antwort

Ein Hamam ist ein Dampfbad aus der osmanischen und nordafrikanischen Badetradition. Du gehst von einem warmen in einen heißen, feuchten Raum, liegst zum Schwitzen auf beheiztem Marmor und wirst anschließend mit einem rauen Handschuh abgerieben und mit Seife und warmem Wasser gewaschen. Ein Besuch dauert meist ein bis zwei Stunden. Je nach Einrichtung trägst du ein Baumwolltuch, einen Badeanzug oder Unterwäsche.

Was ein Hamam ist

Der Hamam entwickelte sich aus der römischen Badekultur und wurde im Osmanischen Reich, im Nahen Osten und in Nordafrika zu einem festen Bestandteil des Alltags. Über Jahrhunderte kamen Menschen dort zusammen, um sich zu waschen, Freunde zu treffen, Hochzeiten zu feiern und Neuigkeiten auszutauschen. In vielen Städten gibt es noch historische öffentliche Hamams. Moderne Varianten findest du heute auch in Spas in Europa und Nordamerika.

Anders als die heiße, trockene finnische Sauna setzt ein Hamam auf warme, feuchte Luft. Die Räume bestehen oft aus Marmor oder Stein und liegen häufig unter einer Kuppel mit kleinen Glasöffnungen für Licht. Er ähnelt eher einem Dampfbad als einer Sauna. Unser Ratgeber zu den Wirkungen des Dampfbads erklärt, was die feuchte Wärme bewirkt.

Frau an einem Steinbecken in einem von Kerzen beleuchteten Hamam
O Kari, Paris. Das Waschen mit warmem Wasser aus einem Becken gehört zu jedem Hamam-Besuch.

Türkischer und marokkanischer Hamam

Die beiden bekanntesten Formen folgen derselben Grundidee, fühlen sich aber unterschiedlich an.

  • Türkischer Hamam. Häufig gibt es eine große zentrale Marmorplattform, den von unten beheizten göbek taşı. Dort liegst du zum Schwitzen. Eine Badefachkraft reibt dich danach mit einem groben Handschuh namens kese ab und bedeckt dich für Waschung und Massage mit Seifenschaum. Zum Umbinden bekommst du ein dünnes Baumwolltuch, das peştemal.
  • Marokkanischer Hamam. Er besteht oft aus mehreren Dampfräumen statt einer großen Plattform. Zum Ritual gehört schwarze Seife, eine weiche Paste aus Olivenöl. Sie bleibt einige Minuten auf der Haut, bevor diese kräftig mit einem kessa-Handschuh abgerieben wird. Mancherorts folgt zum Abschluss eine Tonmaske namens Rhassoul.

Viele moderne Spas verbinden beide Formen. Prüfe deshalb vor der Buchung, welche Leistungen enthalten sind.

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Umziehen und Tuch umbinden. Du bekommst ein Schließfach, ein Tuch oder Handtuch und oft auch Badeschuhe.
  2. Aufwärmen. Bleib zunächst 10–15 Minuten im warmen Raum, damit du dich an die Hitze gewöhnst. Gieße warmes Wasser aus den Becken über dich.
  3. Heißer Raum. Geh in den heißesten Raum oder auf den beheizten Stein. Im Sitzen oder Liegen schwitzt du und bereitest die Haut auf das Peeling vor.
  4. Das Peeling. Eine Badefachkraft oder du selbst reibst den ganzen Körper mit dem rauen Handschuh ab. Es ist kräftig; graue Röllchen aus abgestorbener Haut sind ganz normal.
  5. Einseifen und Waschen. Es folgt eine Waschung mit Seife, manchmal eine Schaummassage, und anschließend warmes Wasser zum Abspülen.
  6. Ausruhen. Kühle dich langsam in einem Ruheraum bei Tee oder Wasser ab. Geh nicht sofort wieder nach draußen.
Heller Hamam mit gefliesten Bögen und zentraler Marmorplattform
Hammam Pacha, Paris. Bögen, Fliesen und ein großer Mittelraum sind typisch für einen traditionellen Hamam.

Kleidung und Mitbringsel

Die meisten Hamams geben dir ein peştemal oder ein Handtuch zum Umbinden. Darunter tragen Gäste je nach Betrieb und Land nichts, Badekleidung oder Einwegunterwäsche. Hamams nur für Frauen sind verbreitet; in gemischten Spas wird meist Badekleidung erwartet. Wenn du unsicher bist, nimm Badekleidung mit und orientiere dich an den Hausregeln. Unser Ratgeber Was trägt man in der Sauna? erklärt Gepflogenheiten verschiedener Länder.

Nimm Badeschlappen mit, falls keine bereitgestellt werden, sowie frische Unterwäsche, einen Kamm und eine Feuchtigkeitscreme für danach. Schmuck lässt du am besten zu Hause.

Verhaltensregeln

  • Behalte dein Tuch in gemeinsam genutzten Bereichen an, sofern der Hamam nicht ausdrücklich ein textilfreier Bereich für ein Geschlecht ist.
  • Spritz beim Wasserschöpfen niemanden an und sprich leise.
  • Rasiere dich im Hamam nicht und färbe dort keine Haare.
  • Sag Bescheid, wenn das Peeling zu kräftig ist. Die Badefachkräfte sind daran gewöhnt.
  • In der Türkei und in Marokko ist Trinkgeld für die Badefachkraft üblich.

Wirkungen

Der auffälligste Effekt betrifft die Haut. Warmer Dampf und ein gründliches Peeling entfernen abgestorbene Hautschüppchen stärker als eine Dusche. Viele Gäste empfinden ihre Haut danach als besonders weich. Darüber hinaus ist ein Hamam eine ruhige, langsame und entspannende Auszeit. Die Wärme lockert die Muskeln ähnlich wie in anderen Dampfbädern.

Wie bei jedem Wärmebad besteht ein kurzfristiger Gewichtsverlust aus Wasser. Schwitzen „entgiftet“ den Körper nicht. Deine Haut kann sich danach trotzdem gut anfühlen.

Wer vorsichtig sein sollte

Hitze und Feuchtigkeit belasten den Kreislauf und können den Blutdruck senken. Sprich vorher mit deinem Arzt, wenn du schwanger bist, eine Herzerkrankung oder sehr niedrigen Blutdruck hast. Verzichte auf das Peeling bei Sonnenbrand, offenen Hautstellen, einer Hautinfektion oder direkt nach dem Rasieren oder Wachsen. Trink Wasser und verlass den heißen Raum, wenn dir schwindelig wird.

Dieser Ratgeber enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine medizinische Beratung.

Wo du einen Hamam findest

Find My Sauna führt 439 Orte mit Hamam auf. In diesen Städten gibt es die meisten:

Häufige Fragen

Was trägt man im Hamam?

Meist ein Baumwolltuch, das der Betrieb bereitstellt, und darunter Badekleidung oder Unterwäsche. Manche Hamams für nur ein Geschlecht sind textilfrei. Beachte die Hausregeln.

Wie lange dauert ein Hamam-Besuch?

Plane eineinhalb bis zwei Stunden ein, einschließlich Aufwärmen, Peeling und Ruhezeit danach.

Ist ein Hamam dasselbe wie ein Dampfbad?

Die feuchte Wärme ist ähnlich. Ein Hamam ist aber ein ganzes Ritual mit Peeling, Seifenwaschung und Ruhezeit.

Tut das Peeling im Hamam weh?

Es ist kräftig und kann rau wirken, sollte aber nicht schmerzen. Bitte die Badefachkraft gegebenenfalls, sanfter zu arbeiten.

Wie oft sollte man in einen Hamam gehen?

Für die Haut der meisten Menschen reicht ein Besuch jede Woche oder alle zwei Wochen. Häufigere Peelings können die Haut reizen.