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Saunakultur weltweit

Onsen: Regeln für Japans heiße Quellen

Vom Find My Sauna-Team· Aktualisiert · 7 Min. Lesezeit
つきさむ温泉, Sapporo
つきさむ温泉, Sapporo. Ein Außenbad, Rotenburo genannt, in einem Garten.

Ein Bad in einer japanischen heißen Quelle kann zu den schönsten Erlebnissen einer Japanreise gehören. Die Regeln sind einfach, sobald du sie kennst – und Einheimischen fällt es durchaus auf, wenn sie missachtet werden. Hier erfährst du alles für deinen ersten Onsenbesuch.

Die kurze Antwort

Ein Onsen ist ein japanisches Bad mit Wasser aus einer natürlichen heißen Quelle. In nach Geschlechtern getrennten Bädern badest du nackt. Vorher wäschst du dich gründlich an einer Dusche im Sitzen. Dein kleines Handtuch bleibt außerhalb des Wassers, lange Haare sind zusammengebunden und du verhältst dich ruhig. Badekleidung ist nicht erlaubt. Manche Onsen weisen Menschen mit Tätowierungen noch immer ab; frag vorher nach, wenn du eine hast.

Was ein Onsen ist

Japan liegt in einer vulkanisch aktiven Region. An Tausenden Orten tritt heißes Wasser aus der Erde aus. Nach dem japanischen Thermalquellengesetz gilt Wasser als Onsenwasser, wenn es mit mindestens 25 °C aus dem Boden kommt oder genügend bestimmte Mineralstoffe enthält. Jeder Onsen muss eine Analyse seines Wassers aushängen, oft am Eingang.

Die Becken werden meist auf etwa 40–42 °C (104–108 °F) gehalten. Manche liegen drinnen, andere draußen. Ein Außenbad heißt rotenburo. In heißem Wasser zu sitzen, während rundherum Schnee fällt, bleibt vielen Reisenden jahrelang in Erinnerung.

Dampfendes Thermalbecken im Freien
湯元 小金湯, Sapporo. Heißes Quellwasser dampft in einem Außenbecken.

Onsen, Sentō und Super-Sentō

  • Onsen: ein Bad mit natürlichem Thermalwasser, in Kurorten, traditionellen Gasthäusern (Ryokan) und städtischen Badehäusern.
  • Sentō: ein öffentliches Nachbarschaftsbad mit erwärmtem Leitungswasser. Es ist günstiger, lokal geprägt und hat dieselben Verhaltensregeln.
  • Super-Sentō: eine große moderne Badeanlage mit vielen Becken, Saunen, Restaurants und Ruhezonen. Gut für einen langen Nachmittag.

Schritt für Schritt

  1. Schuhe ausziehen. Stell sie in die Schließfächer oder Regale am Eingang.
  2. Den richtigen Bereich finden. Die Bäder sind nach Geschlechtern getrennt. Auf den Vorhängen steht 男 (Männer) oder 女 (Frauen). Oft sind die Vorhänge für Männer blau und für Frauen rot; lies trotzdem das Schild, denn manche Anlagen wechseln die Seiten an bestimmten Tagen.
  3. In der Umkleide vollständig ausziehen. Leg deine Kleidung in einen Korb oder Spind. Nimm nur dein kleines Handtuch mit in den Badebereich.
  4. An den Duschen waschen. Setz dich auf den kleinen Hocker, wasche den ganzen Körper mit Seife und spüle alles gründlich ab. Das ist die wichtigste Regel.
  5. Langsam ins Wasser steigen. Es ist heiß. Lass dich nach und nach hinein.
  6. Baden, ausruhen, wiederholen. Bleib jeweils einige Minuten im Wasser und setz dich dann zum Abkühlen an den Rand. Wenn es mehrere Becken gibt, kannst du zwischen ihnen wechseln.
  7. Vor der Umkleide abtrocknen. Wisch dich mit dem kleinen Handtuch ab, damit kein Wasser auf den Boden tropft.
Thermalbecken im Innenbereich mit einer Felswand
苗穂駅前温泉 蔵ノ湯, Sapporo. Innenbäder beeindrucken oft mit Wänden aus Stein, Holz oder Fels.

Die Regeln

  • Keine Badekleidung. Alle baden nackt. Das ist normal, und niemand starrt die anderen an.
  • Vor dem Baden waschen. Das Becken dient zum Entspannen, nicht zum Reinigen.
  • Das kleine Handtuch bleibt außerhalb des Wassers. Falte es auf deinem Kopf zusammen oder leg es an den Rand.
  • Lange Haare zusammenbinden, damit sie das Wasser nicht berühren.
  • Nicht schwimmen, planschen oder tauchen. Verhalte dich ruhig.
  • Keine Handys oder Kameras im Badebereich.
  • Nach Alkoholkonsum nicht baden und bei einem längeren Besuch Wasser trinken.

Du kommst aus einer Saunakultur, in der Badekleidung üblich ist? Unser Ratgeber Was trägt man in der Sauna? vergleicht die Gepflogenheiten verschiedener Länder.

Tätowierungen

In Japan werden Tätowierungen seit Langem mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht. Viele Onsen und Sentō haben noch immer ein Schild, das Tätowierungen verbietet. Die Haltung ändert sich, besonders mit der wachsenden Zahl von Reisenden. Immer mehr Anlagen lassen tätowierte Gäste zu oder erlauben kleine Tattoos, wenn sie mit einem hautfarbenen Pflaster abgedeckt sind.

Wenn du tätowiert bist, sieh auf der Website der Anlage nach oder frag an der Kasse, bevor du bezahlst. Eine weitere Möglichkeit ist ein privates Bad, kashikiri-buro, das du für dich buchen kannst.

Saunen im Onsen

Die meisten größeren Onsen und Super-Sentō haben eine meist heiße, trockene Sauna und dazu ein kaltes Becken namens mizuburo. Japan hat eine lebendige Saunakultur. Für das ruhige, leicht benommene Gefühl völliger Entspannung nach Sauna, Kaltbad und Ruhe gibt es das Wort totonou. Die Reihenfolge ist dieselbe wie in Finnland. Unter Wie lange sollte man in der Sauna bleiben? findest du Zeitempfehlungen und unter Saunatemperatur die üblichen Werte.

Ist ein Onsen gesund?

Ein Bad in heißem Wasser entspannt die Muskeln, wärmt dich durch und kann Stress lindern. Viele Onsen nennen Beschwerden, bei denen ihr Wasser traditionell helfen soll – von Schmerzen bis zu Hautproblemen. Manche dieser Aussagen beruhen mehr auf Überlieferung als auf Forschung. Die Entspannung ist dennoch spürbar.

Heißes Wasser belastet allerdings das Herz und senkt den Blutdruck. Steig langsam heraus und setz dich hin, wenn dir benommen wird. Wenn du schwanger bist oder eine Herzerkrankung hast, frag vorher deinen Arzt.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine medizinische Beratung.

Wo du einen Onsen findest

Find My Sauna listet 177 Onsen. In diesen Städten gibt es die meisten:

Häufige Fragen

Muss man im Onsen nackt sein?

Ja. In öffentlichen Onsenbädern ist Badekleidung nicht erlaubt. Wenn du das nicht möchtest, buche ein privates Bad.

Darf man mit Tätowierungen in einen Onsen?

Manche Onsen weisen tätowierte Gäste noch ab. Andere lassen sie zu oder verlangen, dass kleine Tattoos abgedeckt werden. Erkundige dich vorher.

Wozu dient das kleine Handtuch?

Zum Waschen und zum Bedecken, wenn du herumgehst. Es darf nie ins Badewasser.

Wie lange sollte man im Onsen bleiben?

Bleib jeweils einige Minuten im Wasser und kühle dich dann am Rand ab. Insgesamt verbringen viele Menschen eine Stunde oder länger dort.

Was ist der Unterschied zwischen Onsen und Sentō?

Ein Onsen nutzt natürliches Thermalwasser. Ein Sentō ist ein öffentliches Badehaus mit erwärmtem Leitungswasser. Die Verhaltensregeln sind gleich.