Saunaöfen: Elektro oder Holz?
Der Ofen bestimmt, wie sich eine Sauna anfühlt: wie schnell sie warm wird, welche Temperatur sie erreicht und wie der Dampf beim Aufguss wirkt. Bei der Wahl geht es vor allem um zwei Fragen: Elektro- oder Holzofen? Und welche Größe?
Die kurze Antwort
Elektroöfen sind bequem: einschalten, Temperatur einstellen, fertig. Holzöfen brauchen keinen Strom und bieten das Knistern und Ritual, das viele Saunafans mögen. Sie benötigen aber einen Schornstein und Brennholz. Für die Leistung empfiehlt Harvia als Faustregel ungefähr 1 kW pro Kubikmeter Saunaraum. Rechne für jeden Quadratmeter Glas, Stein oder andere ungedämmte Fläche 1,2 m³ zum Raumvolumen hinzu. Wähle dann einen Ofen, dessen angegebener Raumbereich deinen Wert abdeckt, und lass ihn genau nach Anleitung installieren.
Arten von Saunaöfen
Die Finnische Saunagesellschaft nennt den Ofen das Herzstück einer Sauna. Die meisten werden mit Strom oder Holz betrieben. Besondere Modelle nutzen Gas oder Öl.
- Elektroöfen sind am weitesten verbreitet. Heizelemente erwärmen einen Korb voller Steine. Durch ihn steigt Luft auf und erwärmt den Raum. Manche Öfen sind geschlossen und gedämmt: Sie speichern die Wärme, bis du eine Klappe öffnest.
- Holzöfen haben unter den Steinen eine Brennkammer und einen Schornstein, der den Rauch abführt.
- Rauchsaunaöfen haben keinen Schornstein. Eine große Steinmenge wird stundenlang erhitzt, danach lässt man den Rauch vor dem Saunieren abziehen. Die Tradition erklärt unser Ratgeber über Rauchsaunen.
- Infrarotplatten sind keine Öfen in diesem Sinne. Sie erwärmen deinen Körper direkt, ohne Steine und ohne Aufgussdampf. Mehr unter Was ist eine Infrarotsauna?
Leistung: die Kilowatt-Faustregel
Ein zu schwacher Ofen erreicht die gewünschte Temperatur kaum und kühlt beim Aufguss ab. Ein überdimensionierter Ofen kostet beim Kauf und elektrischen Anschluss unnötig viel. Harvia nennt in seinem Katalog diese klassische Faustregel:
- ungefähr 1 kW pro Kubikmeter Saunaraum
- zusätzlich 1,2 m³ rechnerisches Raumvolumen für jeden Quadratmeter Glas, Stein, Fliesen oder andere ungedämmte Fläche
Vergleiche anschließend den vom Hersteller angegebenen Raumbereich. Harvias Vega BC60 mit 6 kW eignet sich beispielsweise für Räume von 5–8 m³, der Cilindro PC90E mit 9 kW für 8–14 m³.
Ein Rechenbeispiel: Ein Raum von 2,0 m Länge, 1,8 m Breite und 2,1 m Höhe hat ungefähr 7,6 m³. Eine Glastür von 0,7 mal 1,9 m bringt etwa 1,3 m² Glasfläche hinzu. Damit rechnest du 1,3 × 1,2 = 1,6 m³ dazu. Das ergibt 9,2 m³. Ein Ofen mit 6 kW wäre nun zu klein; das Modell mit 9 kW passt.
Andere Hersteller verwenden etwas andere Zuschläge. Auch Blockbohlenwände, hohe Decken und kalte Außensaunen ändern das Ergebnis. Nutze die Faustregel zur Vorauswahl und halte dich dann an die Tabelle des Ofenherstellers.
Fassungsvermögen für Steine
Öfen unterscheiden sich stark in ihrer Steinmenge. Harvia nennt 20 kg für den Vega mit 6 kW, aber 90 kg für den Cilindro PC90E mit 9 kW. Eine große Steinmasse braucht länger zum Aufheizen, speichert aber mehr Wärme. Beim Aufgießen von viel Wasser kühlt der Raum dadurch weniger ab. Unter Saunasteine erklären wir, welche Steine geeignet sind und wann sie ausgetauscht werden sollten.
Steuerung und Temperatur
Elektroöfen haben einen Thermostaten, der die Stromzufuhr bei der eingestellten Raumtemperatur unterbricht, und einen getrennten Temperaturbegrenzer, der den Ofen bei einem Fehler abschaltet. Kleinere Öfen haben die Bedienung häufig eingebaut. Größere nutzen ein separates Bedienteil außerhalb des heißen Raums, meist mit Zeitschaltuhr. Viele lassen sich inzwischen auch per Smartphone einschalten.
In den USA sind elektrische Saunaöfen am Thermostaten nahe der Decke häufig auf etwa 90 °C (194 °F) begrenzt. Europäische Modelle erreichen oft etwas mehr. Holzöfen haben keinen Thermostaten: Du regelst die Hitze über die Holzmenge und die Luftklappen.
Holzöfen: ständig beheizt oder wärmespeichernd
Die Finnische Saunagesellschaft unterscheidet zwei Arten von Holzöfen:
- Ständig beheizte Öfen entsprechen der üblichen Vorstellung. Das Feuer ist von den Steinen getrennt; heiße Gase strömen durch Kanäle um sie herum. Während des Saunierens kann Holz nachgelegt werden. Das ist der typische Ofen für Garten- und Hüttensaunen.
- Wärmespeichernde Öfen haben die Steine im Weg von Flammen und Rauch. Sie brauchen einige Stunden zum Aufheizen und enthalten einige Dutzend bis mehrere Hundert Kilogramm Steine. Nach dem Erlöschen des Feuers geben die Steine während des gesamten Saunagangs weiter Wärme ab.
Einige moderne Öfen liegen dazwischen: eine Ladung Holz genügt, anschließend halten sie die Wärme aus dem Speicher. Auch Holzöfen werden in Kilowatt bewertet, für einen vergleichbaren Raum oft höher als Elektroöfen. Harvias M3 beispielsweise ist mit 16,5 kW für Räume von 6–13 m³ angegeben. Manche Modelle werden durch die Wand von außerhalb des Saunaraums befeuert. So bleiben Asche und Holz draußen.
Elektro oder Holz: So wählst du
Wähle Elektro, wenn du die Sauna häufig und spontan nutzen möchtest, sie drinnen oder nah am Haus steht oder Holzfeuer an deinem Wohnort eingeschränkt sind.
Wähle Holz, wenn die Sauna weit von einem Stromanschluss entfernt oder netzunabhängig ist, du gern ein Feuer betreust und Platz für trockenes Brennholz hast. Prüfe zuerst die örtlichen Regeln: In britischen Rauchkontrollgebieten etwa darf Holz nur in einem von Defra ausgenommenen Gerät verbrannt werden.
Bei Außensaunen bestimmt oft der Standort die Wahl. Unser Ratgeber zur Außensauna behandelt Stromleitungen, Schornsteine und Genehmigungen.
Installation und Sicherheit
- Halte die Sicherheitsabstände der Anleitung ein. Für jeden Ofen gelten Mindestabstände zu Wänden, Bänken und Decke. Beim Vega mit 6 kW nennt Harvia 30 mm vorn, 50 mm an den Seiten und 1,1 m bis zur Decke gegenüber brennbarem Material, bei mindestens 2 m Raumhöhe. Andere Öfen unterscheiden sich stark.
- Beauftrage eine qualifizierte Elektrofachkraft für jeden Elektroofen. Die meisten brauchen einen eigenen Stromkreis, dessen Auslegung zur Ofenleistung passt.
- Nutze den vom Ofenhersteller vorgegebenen Schornstein mit den angegebenen Abständen und lass ihn regelmäßig kehren.
- Fülle das Steinfach richtig. Zu wenige Steine lassen die Heizelemente überhitzen. Zu viele dicht gepackte Steine haben denselben Effekt.
- Montiere einen Schutzbügel um den Ofen, falls der Hersteller einen anbietet, damit niemand dagegenfällt.
- Decke den Ofen niemals ab und trockne keine Handtücher darauf.
Wo du verschiedene Öfen ausprobieren kannst
Ein oder zwei Besuche in einer Sauna mit Holzofen und einer mit großem Elektroofen sagen dir mehr als jedes Datenblatt. Viele Saunen vermieten private Zeitfenster.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Leistung braucht mein Saunaofen?
Rechne ungefähr 1 kW pro Kubikmeter Raum und zusätzlich 1,2 Kubikmeter für jeden Quadratmeter Glas oder andere ungedämmte Fläche. Wähle dann einen Ofen, der für dieses rechnerische Volumen ausgelegt ist.
Ist ein Holzofen oder ein Elektroofen besser?
Keine Art ist für alle besser. Elektro ist bequemer. Holz benötigt keinen Strom und viele mögen die Wärme, braucht aber Schornstein, Brennholz und mehr Aufwand.
Wie lange braucht ein Saunaofen zum Aufheizen?
Eine Heimsauna mit Elektroofen braucht oft 30–60 Minuten. Große Öfen mit vielen Steinen und wärmespeichernde Holzöfen brauchen länger.
Kann ich einen Saunaofen selbst installieren?
Die Sauna selbst kannst du oft bauen. Den Elektroofen sollte eine qualifizierte Elektrofachkraft anschließen, und ein Holzofen benötigt einen zugelassenen Schornstein.
Warum wird meine Sauna nicht heiß genug?
Der Ofen kann für den Raum zu klein sein, die Steine alt und dicht gepackt, oder der Raum verliert Wärme durch Glas oder schlechte Dämmung.