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Grundlagen

Was ist eine Sauna? So funktioniert sie und so nutzt du sie

Vom Find My Sauna-Team· Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit
612 Sauna Cooperative, Minneapolis
612 Sauna Cooperative, Minneapolis. Saunagäste auf den Bänken, einige mit Filzhüten; davor liegen die Steine des Ofens.

Eine Sauna ist ein kleiner, sehr heißer Raum aus Holz. Man sitzt darin, schwitzt, kühlt sich ab und geht noch einmal hinein. So funktioniert das Saunieren seit Jahrhunderten. Dieser Ratgeber erklärt, was eine Sauna ist, wie die Wärme wirkt und wie du sie bei deinem ersten Besuch nutzt.

Die kurze Antwort

Eine Sauna ist ein auf etwa 70–100 °C (158–212 °F) erhitzter Raum, meist mit Holz verkleidet und von einem Ofen mit Steinen beheizt. Die Luft ist trocken, wodurch die Hitze erträglich bleibt. Gießt man Wasser auf die Steine, entsteht ein kurzer Dampfschub, auf Finnisch löyly. Du sitzt 8–15 Minuten darin, kühlst dich unter der Dusche oder in einem Tauchbecken ab, ruhst dich aus und wiederholst das zwei- oder dreimal. Das Wort und die weltweit bekannteste Form dieser Tradition stammen aus Finnland.

Was eine Sauna ist

Im Grunde ist eine Sauna ein beheizter Raum mit Sitzbänken. Eine traditionelle Sauna hat drei wesentliche Bestandteile:

  • Einen Ofen, auf Finnisch kiuas, der mit Holz oder Strom betrieben wird und auf dem Steine liegen.
  • Bänke auf meist zwei oder drei Höhen. Je höher du sitzt, desto heißer wird es.
  • Holz an Wänden und Decke, häufig Fichte, Kiefer oder Zeder. Holz lässt sich bei Temperaturen noch berühren, bei denen Metall viel zu heiß wäre.

In den meisten Saunen gibt es in der Nähe auch eine Möglichkeit zum Abkühlen: eine Dusche, ein Tauchbecken, einen See, das Meer oder einfach frische Luft. Das Abkühlen zwischen den Gängen gehört zur Erfahrung dazu.

Eine Frau gießt mit einer Schöpfkelle Wasser auf Saunasteine
Glow SLC, Salt Lake City. Wasser wird auf die heißen Steine gegossen. Der aufsteigende Dampf heißt löyly.

Woher das Wort kommt

Sauna ist das finnische Wort sowohl für das Bad als auch für das Gebäude. Merriam-Webster datiert die früheste bekannte Verwendung im Englischen auf 1881. Über die ältere Herkunft des Wortes wird diskutiert. Der finnische Sprachwissenschaftler Petri Kallio vertritt die Ansicht, dass es aus einem frühen germanischen Wort entlehnt wurde; einige Fachleute stimmen ihm zu.

In Finnland gehört die Sauna zum Alltag. Schätzungen zufolge gibt es dort mehr als 3 Millionen Saunen bei etwa 5,6 Millionen Einwohnern. 2020 nahm die UNESCO die finnische Saunakultur in ihre Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Mehr dazu erzählt unsere kurze Geschichte der Sauna.

Wie die Wärme wirkt

Eine Sauna funktioniert, weil Luft Wärme weit schlechter überträgt als Wasser. Luft mit 80 °C fühlt sich heiß an, verbrennt dich aber nicht so, wie es Wasser mit 80 °C tun würde. Solange die Luft trocken bleibt, verdunstet dein Schweiß und kühlt die Haut. Deshalb kannst du einige Minuten in der Hitze sitzen.

Dabei erwärmt sich deine Haut, dein Herz schlägt schneller und deine Blutgefäße erweitern sich, um Wärme an die Oberfläche zu transportieren. Du beginnst zu schwitzen, oft stark. Wenn du hinausgehst und dich abkühlst, kehren sich diese Vorgänge wieder um. Stammgäste beschreiben das Gefühl danach als ruhig und entspannt – ein wichtiger Grund, warum sie wiederkommen.

Wasser auf den Steinen verändert das Wärmegefühl, obwohl die Temperaturanzeige kaum steigt. Der Dampf erhöht kurzzeitig die Luftfeuchtigkeit, der Schweiß kühlt dich weniger gut und der Raum fühlt sich plötzlich viel heißer an. Unser Ratgeber zur Saunatemperatur erklärt die Werte.

Die wichtigsten Saunaarten

Mit „Sauna“ ist meist ein Raum finnischer Art mit Holz- oder Elektroofen gemeint. Daneben gibt es:

  • Infrarotsaunen mit Heizpaneelen, die den Körper bei 45–60 °C direkt erwärmen – ohne Steine und Dampf.
  • Rauchsaunen, die älteste Form, ohne Schornstein.
  • Dampfbäder, die streng genommen keine Saunen sind: kühler, aber mit nahezu 100% Luftfeuchtigkeit.
  • Banjas und Hammams, die russischen und türkischen Badetraditionen.

Unser Ratgeber zu den Saunaarten beschreibt sie im Einzelnen.

So benutzt du eine Sauna

  1. Dusche zuerst. Wasche dich mit Seife und trockne dich ab. Trockene Haut beginnt früher zu schwitzen.
  2. Nimm ein Handtuch als Unterlage mit. Setze dich nicht mit nackter Haut auf die Bänke. Schmuck, Brille und Handy bleiben draußen.
  3. Setz dich anfangs auf eine untere Bank. Dort ist es kühler. Rücke höher, wenn du weißt, wie du die Hitze verträgst.
  4. Bleib 8–15 Minuten, beim ersten Besuch eher 5–10 Minuten. Geh früher hinaus, wenn du dich unwohl fühlst.
  5. Kühle dich ab. Mit einer kühlen Dusche, einem Tauchgang oder an der frischen Luft.
  6. Ruhe dich aus. Setz oder leg dich 10–20 Minuten hin und trink etwas Wasser.
  7. Wiederhole den Ablauf zwei- oder dreimal. Danach duschst du und ruhst dich aus, bevor du dich anziehst.

Wie lange ein Gang je nach Saunaart dauert, erfährst du unter Wie lange sollte man in der Sauna bleiben?. Die Kleidungsvorschriften unterscheiden sich stark von Land zu Land; mehr dazu steht unter Was trägt man in der Sauna?.

Vier Menschen mit Saunahüten aus Filz sitzen auf Holzbänken
The Finnish Sauna Co. Jericho Beach, Vancouver. Saunahüte aus Filz schützen den Kopf vor der heißesten Luft; viele Stammgäste tragen deshalb einen.

Tipps für den ersten Besuch

  • Frag vor dem Aufguss. In einer gemeinsam genutzten Sauna solltest du zuerst die anderen fragen. Eine Schöpfkelle Wasser reicht für den Anfang.
  • Sprich leise. Viele Saunen sind ruhige Orte. Ein Gespräch ist in Ordnung, lautes Reden meist nicht.
  • Schließ die Tür schnell, wenn du hinein- oder hinausgehst, damit die Wärme im Raum bleibt.
  • Übertreib es nicht. Für den längsten Aufenthalt gibt es keinen Preis. Stammgäste gehen, wenn es ihnen reicht – das solltest du auch tun.
  • Iss vorher nur leicht. Sowohl eine schwere Mahlzeit als auch ein leerer Magen können die Hitze unangenehmer machen.

Wer vorsichtig sein sollte

Für die meisten gesunden Erwachsenen ist die Sauna bei vernünftiger Nutzung sicher. Sei besonders vorsichtig oder sprich zuerst mit einem Arzt, wenn du:

  • eine Herzerkrankung, sehr hohen oder sehr niedrigen Blutdruck hast oder kürzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hattest
  • schwanger bist
  • Medikamente einnimmst, die Blutdruck, Herzfrequenz oder Schwitzen beeinflussen
  • krank bist, besonders wenn du Fieber hast

Geh niemals nach dem Trinken von Alkohol in die Sauna. Kinder können unter Aufsicht eines Erwachsenen für kurze Zeit auf einer unteren Bank saunieren. Geh sofort hinaus, wenn dir schwindelig oder übel wird oder du Kopfschmerzen bekommst.

Dieser Ratgeber bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine medizinische Beratung.

Wo du eine Sauna ausprobieren kannst

Find My Sauna listet 3,593 Orte mit einer Sauna finnischer Art. In diesen Städten gibt es die meisten:

Häufige Fragen

Wozu dient eine Sauna?

Vor allem zur Entspannung: Man sitzt in der Hitze, schwitzt und kühlt sich danach ab. Viele nutzen sie nach dem Sport; in Finnland gehört sie zum Alltag, zum Waschen und Abschalten.

Was ist der Unterschied zwischen Sauna und Dampfbad?

Eine Sauna ist heiß und trocken, meist 70–100 °C. Ein Dampfbad ist mit etwa 40–50 °C kühler, seine Luft ist aber fast vollständig mit Feuchtigkeit gesättigt.

Wie lange sollte man in der Sauna sitzen?

In einer traditionellen Sauna etwa 8–15 Minuten pro Gang, beim ersten Besuch eher 5–10 Minuten. Kühle dich zwischen den Gängen ab und ruhe dich aus.

Sollte man vor der Sauna duschen?

Ja. Wasche dich und trockne dich ab, bevor du hineingehst. Das ist hygienischer, und trockene Haut beginnt früher zu schwitzen.

Was bedeutet Sauna?

Es ist das finnische Wort für das Bad und für den Raum oder das Gebäude, in dem es stattfindet.