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Grundlagen

Saunaarten: Finnisch, Infrarot, Dampf und mehr

Vom Find My Sauna-Team· Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit
South-Western Bathhouse, Toronto
South-Western Bathhouse, Toronto. Ein großer Ziegelofen, das Herzstück einer russischen Banja.

Wer eine „Sauna“ bucht, kann in einer Zedernholzkabine bei 90 °C, einem rot beleuchteten Infrarotraum, einem Dampfbad aus Marmor oder einem koreanischen Badehaus mit mehreren Wärmeräumen landen. Sie sind miteinander verwandt, fühlen sich aber ganz unterschiedlich an. Hier sind die wichtigsten Arten und was dich jeweils erwartet.

Die kurze Antwort

Zu den wichtigsten Arten gehören die finnische Sauna mit heißer, trockener Luft und Wasser auf den Steinen, die schornsteinlose Rauchsauna als älteste Form und die Infrarotsauna, deren Strahler den Körper bei niedrigeren Temperaturen wärmen. Dampfbad und Hamam sind kühler, aber sehr feucht. In der russischen Banja ist es heiß und feucht, oft kommen Birkenquaste zum Einsatz. Koreas Jjimjilbang und Japans Onsen und Sento sind eigene Badetraditionen mit Wärmeräumen und Becken. Salzräume, Fasssaunen und schwimmende Saunen sind weitere Varianten.

Finnische Sauna

Wärme: 70–100 °C (158–212 °F), trockene Luft. Beheizung: Elektro- oder Holzofen mit Steinen darauf.

Das ist die Sauna, an die die meisten zuerst denken: ein Holzraum mit gestuften Bänken. Du sitzt in trockener Hitze und gießt für einen Dampfstoß namens löyly Wasser auf die Steine. Auf die Wärme folgen eine kalte Dusche, ein Tauchbad oder frische Luft. Die meisten Saunen in Fitnessstudios, Spas, Hotels und Wohnungen gehören zu dieser Art und haben meist einen Elektroofen. Unser Ratgeber zur finnischen Sauna erklärt die Einzelheiten.

Rauchsauna

Wärme: weich und tief, aus einer großen Masse erhitzter Steine. Beheizung: Holzfeuer ohne Schornstein.

Die ursprüngliche finnische Sauna. Unter einem großen Steinhaufen brennt stundenlang ein Feuer und füllt den Raum mit Rauch. Sind die Steine heiß, lässt man das Feuer ausgehen und den Rauch abziehen. Erst dann badet man in der gespeicherten Wärme. Die Wände sind rußgeschwärzt und die Luft riecht nach Holzrauch. Weil das Anheizen Stunden dauert, ist ein Besuch ein Ereignis und kein schneller Saunagang. Estlands Rauchsaunatradition von Võromaa steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Mehr erfährst du im Ratgeber zur Rauchsauna.

Infrarotsauna

Wärme: 45–60 °C (113–140 °F), trocken. Beheizung: Infrarotpaneele in den Wänden.

Statt vor allem die Luft zu erhitzen, wärmen Infrarotpaneele Haut und Körper direkt. Deshalb bleibt der Raum deutlich kühler. Es gibt weder heiße Steine noch Dampf. Infrarotkabinen sind in Regenerationsstudios und Wohnungen verbreitet: Sie sind klein und brauchen weniger Energie. Viele empfinden längere Sitzungen darin als leichter. Allerdings ist die Forschung dazu dünner als zur finnischen Sauna. Was ist eine Infrarotsauna? erklärt die Technik.

Frau mit Handtuch entspannt in einer rot beleuchteten Infrarotsauna
Rē Sauna, Winnipeg. Ein Infrarotraum mit Heizpaneelen in der Wand hinter der Bank.

Dampfbad und Hamam

Wärme: 40–50 °C (104–122 °F), fast 100% Luftfeuchtigkeit. Beheizung: Dampfgenerator.

Ein Dampfbad ist streng genommen keine Sauna. Es ist kühler, hat Wände aus Fliesen oder Stein und so feuchte Luft, dass Schweiß nicht verdunsten kann. Deshalb fühlt es sich heißer an, als das Thermometer vermuten lässt. Der Hamam ist die Badehaustradition des Nahen Ostens und Nordafrikas mit Dampf, warmem Marmor und oft einem kräftigen Peeling. Unser Ratgeber Was ist ein Hamam? beschreibt den gesamten Ablauf.

Hamam-Raum mit Steinbecken und gemusterten Fliesen
Miraj Hammam Spa, Vancouver. Warmer Stein, ein Becken und sanftes Licht im Hamam.

Russische Banja

Wärme: oft 70–90 °C (158–194 °F), feuchter als eine finnische Sauna. Beheizung: traditionell ein großer Ofen aus Ziegeln oder Mauerwerk.

Die Banja ist das russische Badehaus. Im Wärmeraum ist es heiß und feucht. Im Mittelpunkt des Rituals steht der venik, ein Bündel aus Birken- oder Eichenzweigen, mit dem die Haut beklopft und Luft zugefächelt wird. Filzhüte sind ebenso üblich wie lange Pausen mit Tee und Essen zwischen den Gängen. Banjas gibt es in Osteuropa, im Baltikum und überall dort, wo russische und osteuropäische Gemeinschaften leben – von Toronto bis Chicago. Lies mehr über die russische Banja.

Koreanische und japanische Badehäuser

Jjimjilbang

Ein koreanisches Badehaus, oft rund um die Uhr geöffnet. Die Badebereiche mit heißen und kalten Becken sind nach Geschlechtern getrennt und textilfrei. In den gemeinsamen Bereichen trägst du T-Shirt und Shorts, die das Haus ausgibt. Dort gibt es mehrere Wärmeräume, teils mit Salz oder Lehm verkleidet, teils eiskalt, und häufig eine kuppelförmige Ofensauna. Diese Ofensaunen haben eine lange Geschichte: Koreanische Aufzeichnungen aus dem frühen 15. Jahrhundert beschreiben ihre Nutzung zur Behandlung Kranker. Mehr steht in unserem Jjimjilbang-Ratgeber.

Onsen und Sento

In Japan steht Baden statt Schwitzen im Vordergrund. Ein Onsen ist ein von einer heißen Quelle gespeistes Bad. Nach Japans Hot Spring Act muss das Wasser mit mindestens 25 °C aus der Erde kommen oder bestimmte Mineralien enthalten. Ein Sento ist ein öffentliches Bad im Wohnviertel mit erwärmtem Leitungswasser. Viele Onsen und Sento haben zusätzlich eine Sauna und ein Kaltwasserbecken. Unser Ratgeber zur Onsen-Etikette erklärt die Regeln.

Salzräume

Salzräume sind mit Salzblöcken ausgekleidet, oft rosafarbenem Himalaya-Salz. Licht hinter den Steinen lässt die Wände leuchten. Manche Räume werden wie eine milde Sauna beheizt. Andere sind Halotherapie-Räume: Während du bei Raumtemperatur sitzt, wird feines Salz in die Luft geblasen. Behauptungen, Salzräume würden Atem- oder Hautprobleme behandeln, sind nur schwach belegt. Unser Ratgeber zu Salzräumen und Halotherapie fasst den Forschungsstand zusammen.

Fass-, schwimmende und weitere Außensaunen

Hier geht es um Form und Standort, nicht um andere Wärmearten. Die meisten sind finnisch gebaute Saunen mit Elektro- oder Holzofen.

  • Fasssaunen sind rund, aus gebogenen Dauben gebaut und beliebt in Gärten und bei Saunaclubs am Meer.
  • Schwimmende Saunen stehen auf Flößen oder Pontons. Von der Bank gelangst du direkt ins Wasser.
  • Mobile Saunen sind auf Anhängern gebaut und fahren zu Stränden, Seen und Veranstaltungen.
  • Zeltsaunen verbinden einen tragbaren Holzofen mit einem hitzebeständigen Zelt.
Heller Holzsaunaraum mit Ofen und Fenstern zum Wasser
Sauna Riga, Riga. Eine schwimmende Sauna, deren Bänke zu Fenstern mit Blick aufs Wasser ausgerichtet sind.

Wo du mehrere Arten ausprobieren kannst

Am leichtesten findest du deinen Favoriten in einem Badehaus oder Spa mit mehreren Wärmearten unter einem Dach. Hier sind einige Beispiele:

Sauna in deiner Nähe finden

Häufige Fragen

Welche Saunaarten gibt es?

Zu den wichtigsten gehören finnische Sauna, Rauch- und Infrarotsauna, Dampfbad und Hamam sowie die russische Banja. Badehäuser in Korea und Japan haben eigene Formen.

Welche Saunaart ist die beste?

Das hängt von deinen Vorlieben ab. Zur finnischen Sauna gibt es die meiste Forschung. Infrarot ist milder und längere Sitzungen fallen vielen leichter. Dampfbäder eignen sich für Menschen, die feuchte Wärme mögen.

Ist ein Dampfbad eine Saunaart?

Streng genommen nicht. Es ist deutlich kühler und feuchter, mit gefliesten Wänden und Dampfgenerator statt Ofen und Steinen. Viele Spas haben beides.

Was unterscheidet Sauna und Banja?

Eine Banja ist meist feuchter als eine finnische Sauna. Zum Ritual gehört das Beklopfen mit Bündeln aus Birken- oder Eichenzweigen.

Was ist die älteste Saunaart?

Die Rauchsauna ohne Schornstein. Jahrhundertelang wurden alle finnischen Saunen so gebaut.